Satenik Ghulijanyan wurde 1985 in Armenien geboren. Schon in ihrer Kindheit wurde Sie durch ihren Vater, der in ihrem Heimatort eine Kunstschule leitet, früh mit der Malerei vertraut gemacht. Sie genoss im Weiteren eine Ausbildung in Modedesign an der Universität Yerevan. Darüber hinaus bildete Satenik sich im Rahmen von Privatunterricht fort: neben der Malerei stellte hier auch die Skulptur einen Schwerpunkt ihres Schaffens dar. 2012 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Mitteleuropa. Frankreich und dann Deutschland wurden ihre neue Heimat.

 

Nichtsdestoweniger blieb Armenien als alte Heimat und Schicksal für Sateniks Leben prägend. Als unmittelbare Zeugin und Betroffene des Krieges um Nagorno-Karabakh Ende des 20. Jahrhunderts ist ihr künstlerisches Schaffen und ihre thematische Ausrichtung durch diese Vergangenheit beeinflusst. Die Notwendigkeit, sich in fremden Kulturen zurecht zu finden und ihre Rolle als europäische Frau neu zu definieren, birgt für die Künstlerin die ständige Herausforderung, diese biographischen Brüche in ihrem künstlerischen Tun aufzuarbeiten.

In ihren Portraits und szenischen Kompositionen finden sich eindrückliche Anspielungen auf ein menschliches Seelenleben, das in seiner Geschichte sich zwischen den Gefühlen von energischer Lebensbejahung und trostloser Leere bis in die Gegenwart behaupten musste. Sateniks Landschaftsbilder und Stillleben tragen hingegen etwas sehr Versöhnliches in sich; hier öffnet die Künstlerin ihr Herz ganz weit und lässt den Betrachter die wunderschöne Natur Armeniens ahnen; ein Blick in eine arme, aber glückliche Kindheit.

Satenik Ghulijanyan drückt sich mit Vorliebe unter Verwendung von Ölfarbe, Pastellkreide und Ton künstlerisch aus. Die expressionistische Farbwahl, ihre Komposition und eine bemerkenswert lockere Linienführung lassen ihre Artefakte überzeugend vital erscheinen.  Stimmungsvolle Ruhe begegnet dem Betrachter eher in den monochromen Entwürfen, die in Aquarell bzw. Kohle gehalten sind.